Landwirtschaftliche Produktion und Bildungsarbeit – D’Onghia Estate S.A.S.

Der Hof D’Onghia ist ein landwirtsch aftlicher Betrieb in zentraler Lage in Apulien, von wo aus man die sogenannten Trulli (traditionelle runde Steinhäuser) von Alberobello, Gioia del Colle, Bari, Putignano besuchen kann. Ein Teil des betrieblichen Konzepts ist ein pädagogischer Bauernhof, um Kinder in die Pflege von Tieren einzuführen. Außerdem werden Kirsch-, Aprikosen- und Mandelbäume auf dem Hofgelände biologisch angebaut.

Der Betrieb    

1964 wurde das Gut D’Onghia von Gianvito D’Onghia, dem Großvater der heutigen Besitzer, gekauft, der eine auf die Milchkuhzucht und den Anbau von Futter und Weizen spezialisierte Viehzucht aufbaute. Im Jahr 2005 modernisierten der heutige Besitzer Nicola und seine Cousins den Betrieb, wobei sie sich auf die biologische Landwirtschaft und die nachhaltige Pflanzenproduktion konzentrierten. Der Betrieb erstreckt sich über eine Fläche von ca. 50 Hektar, auf der eine Vielzahl von Obstbäumen angebaut wird:

  • Kirschbäume mit den Sorten Ferrovia, Bigarraux, Giorgia, Lapins, Sweet Heart, Staccato
  • Zwei Hektar französische Aprikosen, der Sorten Farbaly und Fartoly
  • Zwei Hektar Tafeltraubenweinberg der Rebsorten Midnight Beauty schwarz, Scarlotta rot und Sofia weiß.
  • Sieben Hektar Mandelbäume der lokalen Sorten Filippo Cea und Genco,
  • Zwei Hektar Granatapfel der israelischen Sorten Wonderfull und Spanish Mollar 100
  • Fioroni, Feigen, Birnen, Kakis, Maulbeeren

Der landwirtschaftliche Betrieb D’Onghia verfügt über ein Gästehaus, bestehend aus drei Zimmern und drei Wohnungen, wo die Gäste ihre Zeit auf dem Bauernhof verbringen können, umgeben von der Natur oder sie können die für das Gebiet charakteristischen Trulli (kleine, weiße Rundhäuser) von Alberobello, Putignano und Locorotondo besuchen. Für Kinder gibt es Lehrpfade auf dem Bauernhof und in den umliegenden Wäldern.

Entlang des umliegenden Waldes verläuft ein ein Kilometer langer Weg, der von einem Zaun begrenzt ist und mit elf Gymnastikstationen ausgestattet ist, die den Gästen zur Verfügung stehen, die sich in direktem Kontakt mit der Natur bewegen wollen. Alle Turngeräte werden den Gästen durch Informationstafeln ausführlich erläutert. Sie sind sowohl für Anfänger als auch für Profis geeignet und können je nach Schwierigkeitsgrad ausgewählt werden. Am Eingang des Waldes befindet sich ein Bereich, der mit hölzernen Spielgeräten, Tischen und Bänken ausgestattet ist.

Entwicklungspfad                   

Im Jahr 2005 begann Nicola mit der Diversifizierung des Betriebs, um sich von der Kirschen-Monokultur zu lösen. Nicola hat die Vielfalt der Kulturen durch den Anbau von kernlosen Trauben, Granatapfel, Aprikosen und Mandeln diversifiziert. Die Diversifizierung war nicht immer erfolgreich, z.B. werden Aprikose und Granatapfel in naher Zukunft abgeschafft. Als Strategie der Geschäftsentwicklung suchten die Eigentümer nach Aktivitäten außerhalb der landwirtschaftlichen Produktion. Sie beschlossen, den Betrieb umzustrukturieren und einen agrartouristischen Betrieb zu gründen. Durch eine Analyse der lokalen touristischen Dynamik wurde deutlich, dass die Touristen Outdoor-Aktivitäten und Sport schätzen. Folglich wurde der erste mit Sportgeräten ausgestattete Weg eingerichtet. Anschließend wurden die landwirtschaftlichen Einrichtungen für Schulen geöffnet und der Lehrbauernhof entstand. Der Unterricht auf dem Bauernhof ist mehr eine soziale als eine wirtschaftliche Tätigkeit. Der Unterricht basiert auf der Idee, den Kindern den Respekt vor dem Wald als Lebensraum zu vermitteln.

 

Geschäftsmodell                     

Der Hauptgewinn des Unternehmens wird durch die Produktionstätigkeit erwirtschaftet. Die Eröffnung des Agritourismus hat es ermöglicht, das wirtschaftliche Einkommen zu diversifizieren. Durch die Produktion von Sommerfrüchten wird der größte Teil der Einnahmen im Herbst und Winter erzielt, während der Agritourismus hauptsächlich im Frühjahr und Sommer arbeitet und eine sofortige Rendite garantiert. Das Ziel des Unternehmens ist es, einen autarken Betrieb zu gestalten. Dabei soll der Einkauf durch die Eigenproduktion des größten Teils der benötigten Produkte und der Energie, die der Agritourismus und die landwirtschaftlichen Aktivitäten benötigen, minimiert werden. Derzeit produziert der Betrieb Energie mit Photovoltaik-Paneelen, reduziert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und verbessert die Fruchtbarkeit des Bodens durch die Ausbringung von eigenem Dünger. Die Einführung neuer Aktivitäten ermöglicht auch die Schaffung von Innovation und sozialen Aktivitäten wie beispielsweise Selbsterntetage im Betrieb für benachteiligte Menschen, Yoga im Wald, etc.

Darüber hinaus ist D’Onghia an regionalen Projekten zur Innovation im Bereich der ökologischen Landwirtschaft (PSR-Landesentwicklungsprogramm) und am PIF (Integriertes Lieferkettenprogramm) beteiligt.

Innovative Praktiken                                        

Der landwirtschaftliche Betrieb D’Onghia hat sich von Anfang an dafür entschieden, seine Zukunft auf biologischer und nachhaltiger Landwirtschaft aufzubauen. Er verfügt über zwei Photovoltaikanlagen für den Eigenverbrauch und hat die Technik der Dauerbegrünung des Obstgartens übernommen, um das Ökosystem zu erhalten und die Fruchtbarkeit des Bodens zu verbessern. Diese Entscheidungen wurden getroffen, um den Verbrauchern ein besseres Produkt mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt anzubieten und zu garantieren.

Zukunft          

Der Betrieb strebt eine Vergrößerung der bewirtschafteten Fläche durch Pacht oder Kauf neuer Flächen an: Kleine Unternehmen haben oft Schwierigkeiten, sich aufgrund hoher Fixkosten auf dem Markt zu behaupten, und eine Vergrößerung des Betriebs kann Größenvorteile ermöglichen. Außerdem wollen sie sich mit anderen lokalen Unternehmen zusammenschließen, um kurze Vertriebswege zu schaffen. Ein weiteres Ziel für die Zukunft ist die Einführung neuer Kulturen.

Tipps für Lernende                 

Der Besitzer empfiehlt den neuen Landwirten, bei der Auswahl der Kulturen und Sorten, die Sie anbauen wollen, sehr vorsichtig zu sein. Insbesondere schlägt er vor, eine gründliche Analyse durchzuführen, um die Endmärkte und die am meisten nachgefragten Kulturen zu identifizieren.

Ergänzungen

Der Landwirt betonte, wie wichtig es sei, in einen kontinuierlichen Aus- und Weiterbildungsprozess eingebunden zu sein, um bereit zu sein, Innovationen umzusetzen und neue Instrumente einzuführen. Nur durch kontinuierliche Entwicklung sei es möglich, auf einem dynamischen Markt erfolgreich zu sein.

Autorinnen: Donatella Grasso, Annalisa De Boni, Rocco Roma